Swiss Alpine Music

Akustik des Alphorns

 

Das Alphorn ist ein Naturtoninstrument. Weder Grifflöcher (die es erlauben, den Grundton eines Blasinstruments zu erhöhen) noch Ventile oder Zusatzbogen am Blasrohr (deren Öffnung eine Vertiefung des Grundtons zur Folge haben) erleichtern dem Alphornbläser die Beeinflussung der Töne.

Durch unterschiedlich starke und unterschiedlich rasche Lippenvibrationen, die sich mit Hilfe des Mundstücks auf die im Konus eingefangene Luft übertragen lassen, wird der Wind, der in den Konus eintritt, periodisch unterbrochen. So entstehen die Naturtöne des Alphorns.

Früher bestimmte die Länge der Tanne die Höhe des Grundtons. Heute werden nach erprobten Massen gewünschte Stimmungen erzielt, die das Zusammenspiel mit gleich gestimmten Alphörnern oder andern Musikinstrumenten erlauben.

Im temperierten Tonsystem wird das Oktavintervall in 12 Halbtöne eingeteilt. Die so genannte chromatische Tonleiter lässt sich auf dem Alphorn erst von der vierten Oktavlage an erzeugen. In den unteren Oktavlagen liegen die einzelnen Naturtöne weit auseinander, am weitesten in der tiefsten Lage, nämlich eine ganze Oktave. In der zweiten Lage erklingen Quarte und Quinte. In der dritten Lage kommen die Terzen dazu.

Ein Amateurbläser kann etwa 13 Naturtöne im Umfang von knapp vier Oktaven blasen. Virtuosen Bläsern gelingen aber über zwanzig Töne im Umfang von viereinhalb Oktaven.

In diesem vom Alphornbläser gewöhnlich gespielten Tonvorrat finden sich drei Töne, die im temperierten Tonsystem nicht vorkommen. Der 7. Naturton ist ein zu hohes b, der 11. klingt merklich höher als f, aber zu tief für ein fis und der 13. klingt etwas höher als as. Unter diesen drei "falschen" Tönen lässt sich der 11. Naturton am besten erkennen. Er heisst Alphorn-Fa.

Akustik

© Copyright swissinfo | swissinfo - an enterprise of SRG SSR idee suisse