Swiss Alpine Music

Das Alphorn, Instrument der Hirten

 

Hirten benutzen seit langer Zeit Instrumente aus Materialien aus der Umgebung. Eine einfache Art Töne zu produzieren besteht darin, einen einzelnen Grashalm zwischen die Daumen zu halten und hindurch zu blasen. Eine andere, bereits 1511 dokumentierte Möglichkeit ist die Verwendung von Blättern (entweder vom Birnbaum oder Efeubusch). Das Blatt wird gegen die obere Lippe gehalten und der "Musiker" kann durch Bewegung der Lippen unterschiedliche Töne hervorbringen, die sich über zwei Oktaven erstrecken.

Auch Pfeifen aus Pflanzenstielen waren verbreitet und werden noch heute oft von Kindern gefertigt: Ein Stück des hohlen Kerbelstiels wird am einen Ende verschlossen. Auf der anderen Seite wird das Rohr eingekerbt und am offenen Ende wie eine Pfeife geblasen. Und irgendwann hatte ein Hirte die Idee, einen jungen Kieferbaum auszuhöhlen und ihn als Horn zu benützen. So müssen wir uns die Erfindung des Alphorns vorstellen.

Das Alphorn war bis zum frühen 19. Jahrhundert das Werkzeug der Hirten. Es diente dazu, die Kühe von der Weide zum Stall zu rufen, wenn es Zeit fürs Melken war. Ein Stich von 1754 zeigt, wie ein Hirte die Kühe beim Alpaufzug mit den Klängen des Alphorns für das letzte steile Wegstück motiviert.

Die Verwendung des Alphorns auf der Alp wird zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert häufig dargestellt. Auf einem Hinterglasbild aus dem Emmental (Kanton Bern) von 1595 wird das Alphorn geblasen, um die Kühe während des Melkens zu beruhigen.

Das Alphornblasen am Abend ist ebenfalls ein traditionelles Thema in der Kunst. Dieses Spiel diente als Abendgebet und wurde vor allem in ref.mp3ierten Kantonen ausgeübt, während in den deutschsprachigen katholischen Kantonen der Innerschweiz eher der Betruf verankert ist.

Die heute überholte Hauptfunktion des Alphorns war aber die Kommunikation mit den Sennen der benachbarten Alpen und mit den Leuten des Dorfes unten im Tal.

Geschichte

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